Viele Menschen funktionieren erstaunlich gut. Sie stehen auf, gehen zur Arbeit, kümmern sich um andere und halten durch. Oft geschieht dies sogar dann noch, wenn innerlich längst etwas brennt, schmerzt oder leer geworden ist. Von außen wirkt alles stabil, doch von innen fühlt es sich oft ganz anders an. Funktionieren ist an sich nichts Negatives. Es ist eine Fähigkeit, die viele früh gelernt haben. Sie hilft, durch schwierige Zeiten zu kommen, Verantwortung zu tragen und Krisen zu überstehen. Für manche war sie lange Zeit sogar überlebenswichtig.
Problematisch wird das Funktionieren erst dann, wenn es zum einzigen Modus wird. Wenn kein Raum mehr bleibt für das Wahrnehmen, Spüren und Innehalten. Wenn das eigene Befinden immer hintangestellt wird, weil es gerade nicht passt oder niemanden belasten soll. Dann wird das Leben schmal, zweckmäßig und eng. Irgendwann meldet sich etwas, das nicht mehr mitzieht: Erschöpfung, Gereiztheit, Leere oder körperliche Symptome. Es entsteht das Gefühl, nur noch zu reagieren, anstatt wirklich zu leben.
In solchen Momenten entsteht schnell der Wunsch, wieder leistungsfähig zu werden. Man möchte noch ein bisschen besser funktionieren, noch belastbarer sein oder noch effizienter mit sich selbst umgehen. Doch genau hier liegt der Denkfehler. Wenn das Funktionieren bereits das Problem geworden ist, kann ein noch besseres Funktionieren nicht die Antwort sein. Es geht nicht darum, sich weiter zu optimieren. Es geht darum, wieder in Kontakt zu kommen mit sich selbst, mit dem eigenen Erleben und mit dem, was fehlt oder zu viel geworden ist.
Für viele ist das Funktionieren kein freier Entschluss, sondern ein Schutz. Wer früh gelernt hat, stark zu sein, keine Umstände zu machen oder Verantwortung zu übernehmen, entwickelt oft ein feines Gespür dafür, was erwartet wird. Das eigene Erleben rückt dabei leicht in den Hintergrund. Diese Muster verschwinden nicht einfach, denn sie haben eine Geschichte und verdienen Respekt. Aber sie dürfen überprüft werden. Nicht alles, was einmal geholfen hat, hilft für immer.
Leben ist mehr als Aufgaben erfüllen und Tage überstehen. Es hat mit Spüren zu tun, mit Beziehung und mit innerer Bewegung. Es geht um Momente, die nicht effizient sind, aber stimmig. Wenn Menschen beginnen, das Funktionieren zu hinterfragen, entsteht oft zunächst Unsicherheit. Fragen wie „Wer bin ich, wenn ich nicht nur leiste?“ oder „Was bleibt, wenn ich nicht ständig reagiere?“ sind kein Zeichen von Schwäche. Sie sind Ausdruck davon, dass etwas Lebendiges wieder Raum bekommen möchte.
In der psychotherapeutischen Begleitung geht es nicht darum, jemanden aus dem Funktionieren herauszureißen. Es geht darum, Wahlmöglichkeiten zu schaffen. Wir lernen zu unterscheiden zwischen dem, was notwendig ist, und dem, was automatisch abläuft. Wir suchen den Raum zwischen Anpassung und Selbstkontakt sowie zwischen Pflicht und Bedürfnis. Das ist kein schneller Prozess, aber ein lohnender.
Manche erleben zunächst Müdigkeit, wenn sie weniger funktionieren. Andere spüren Traurigkeit oder Ärger. Gefühle, die lange keinen Platz hatten, melden sich zurück. Das kann verunsichern, ist aber oft ein Zeichen dafür, dass wieder etwas in Bewegung kommt. Nicht alles, was sich meldet, muss sofort verstanden oder gelöst werden. Manches will einfach nur da sein dürfen.
Es geht nicht darum, besser zu funktionieren. Es geht darum, leben zu dürfen. Nicht perfekt, nicht konstant und nicht immer kraftvoll, sondern echt, mit Schwankungen, mit Grenzen und mit Pausen. Du musst kein besseres Ich werden. Du darfst ein lebendigeres sein. Und das beginnt oft genau dort, wo das reine Funktionieren langsam seinen Alleinanspruch verliert.
Praxis
am
Marienplatz
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