Viele Menschen tragen tief in sich das Gefühl, sich erklären zu müssen. Nicht laut, nicht bewusst, oft eher wie ein Grundrauschen. Etwas, das sagt: So wie ich bin, reicht es noch nicht ganz. Ich müsste mehr tun, mehr verstehen, mehr leisten, mich mehr zusammennehmen. Dieser innere Beweisdrang entsteht selten aus Ehrgeiz. Meist ist er gewachsen aus Erfahrungen, aus Erwartungen oder aus Momenten, in denen Anerkennung an Bedingungen geknüpft war. Wer gelernt hat, dass Dasein allein nicht genügt, beginnt, sich zu rechtfertigen, oft ein Leben lang.
Beweisen wollen zeigt sich auf viele Arten. Manche erklären sich ständig. Andere funktionieren über ihre Grenzen hinaus. Wieder andere versuchen, besonders reflektiert, besonders angepasst oder besonders stark zu sein. Und manche spüren einfach eine diffuse Unruhe, sobald sie nichts leisten. Das Gemeinsame ist nicht die Form, sondern die Haltung dahinter: die leise Annahme, dass Wert etwas ist, das man sich verdienen muss.
Für viele klingt der Satz „Du bist genug“ erst einmal leer oder sogar provozierend. Nicht, weil er falsch wäre, sondern weil er etwas in Frage stellt, das lange Sicherheit gegeben hat. Wer sich über Leistung definiert hat, verliert beim Gedanken an Genugsein zunächst Orientierung. Denn wenn ich nichts beweisen muss, woran halte ich mich dann fest? Wenn ich aufhöre, mich anzustrengen, wer bin ich dann? Diese Fragen sind keine Schwäche. Sie zeigen, wie tief das alte Muster verankert ist.
Genug sein bedeutet nicht, stehenzubleiben oder auf Entwicklung zu verzichten. Es bedeutet, den inneren Antreiber einen Moment leiser werden zu lassen. Nicht alles rechtfertigen zu müssen. Nicht ständig auf dem Prüfstand zu stehen. Es ist ein Unterschied, ob ich mich bewege, weil ich möchte, oder weil ich glaube, sonst nicht zu genügen. Dieser Unterschied ist fein, aber entscheidend.
Es gibt keinen inneren Zustand, der erst erreicht werden müsste, um wertvoll zu sein. Keine Reifeprüfung. Keine emotionale Endstufe. Menschen sind nicht unfertig, nur weil sie zweifeln, müde sind oder nicht wissen, wie es weitergeht. Das eigene Dasein braucht keine Legitimation. Es ist bereits da.
In der psychotherapeutischen Begleitung geht es an diesem Punkt oft darum, einen neuen Umgang einzuüben. Nicht schneller, nicht besser, nicht effizienter. Sondern ehrlicher. Sanfter. Mit mehr Spielraum. Ein Umgang, der fragt: Was brauche ich gerade? Und nicht: Was müsste ich jetzt leisten? Das ist kein Rückzug aus dem Leben. Es ist ein Schritt hinein.
Manche erleben keine große Erleichterung, sondern eher ein vorsichtiges Aufatmen. Als würde etwas im Inneren ein kleines Stück lockerer. Nicht alles ist sofort gut. Aber es ist weniger eng. Oft zeigt sich dann etwas, das lange keinen Platz hatte: Müdigkeit, Traurigkeit, aber auch Wünsche, Grenzen und leise Bedürfnisse. All das darf da sein, ohne bewertet zu werden.
Du musst nichts vorweisen, um ernst genommen zu werden. Keine besondere Geschichte, keinen Zusammenbruch, keinen Erfolg. Es reicht, dass du da bist, mit dem, was gerade ist. Genug sein ist kein Ziel. Es ist eine Haltung. Eine, die sich langsam entwickelt und immer wieder überprüft werden darf. Und ja, das ist möglich. Nicht, weil man es richtig macht, sondern weil man sich selbst erlaubt, weniger hart mit sich zu sein.
Wenn nichts mehr bewiesen werden muss, entsteht etwas Tragfähiges. Kein Hochgefühl, sondern Boden. Etwas, worauf man stehen kann, auch wenn das Leben unsicher bleibt. Du bist du. Nicht mehr und nicht weniger. Und das reicht, um von hier aus weiterzugehen.
Praxis
am
Marienplatz
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